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Wildcamping Schweiz

Aug 1, 2021

Wildcamping Schweiz – ist das möglich?

Diese Situation kommt Dir bestimmt bekannt vor: Du fährst mit Deinem Wohnmobil oder Deinem Wohnwagen an einem wunderschönen Ort vorbei und würdest am liebsten direkt anhalten, um dort die Nacht zu verbringen. Doch hier ist Vorsicht geboten: Das Wildcamping in der Schweiz ist zwar nicht generell verboten, aber eben auch nicht grundsätzlich erlaubt. Es gibt allerdings nur einige Gebiete, in denen das Campen generell verboten ist:

  • Naturschutzgebiete
  • Nationalpark
  • Biotope (dazu zählen Flachmoore und Hochmoorbiotope von nationaler Bedeutung)
  • Eidgenössische Jagdbann- sowie Wildschutzgebiete
  • militärische Sperrzonen

Ansonsten liegt die Entscheidung, ob Du in einem Zelt mitten in der Natur übernachten oder Deinen Wohnwagen abstellen darfst, in den Händen der Kantone. Jede einzelne Gemeinde kann hier entsprechende Regeln und Verordnungen erlassen. Das führt dazu, dass man schnell den Überblick verliert. Umso wichtiger ist es, dass Du Dich, falls Du flexibel sein und nicht nur auf Campingplätzen übernachten möchtest, im Vorfeld informierst.

Mögliche Informationsquellen zum Thema Wildcamping Schweiz sind die folgenden:

  • Gemeindeverwaltungen beziehungsweise die zuständigen Wildhüter
  • kantonales Amt für Jagd
  • Tourismus- und Verkehrsvereine
  • Internet: Naturschutzgebiete oder Nationalparks sind in der Regel in Geoportalen geführt
  • Vor Ort: Anwohner, mögliche Verbotsschilder

 

Wildcampen in der Schweiz: Ideen

Tatsächlich gibt es Orte, an denen Du Deinen Camper abstellen kannst, ohne dass Du Dir Gedanken um mögliche Bestrafungen oder andere Konsequenzen machen musst. Hierzu gehört beispielsweise der Kanton Obwalden. Dort ist das Wildcampen überall erlaubt. «Zum einmaligen Übernachten darf ein Zelt, ein Wohnwagen oder ein Wohnmobil ausserhalb bewilligter Campingplätze aufgestellt werden, wenn keine öffentlichen Interessen beeinträchtigt werden», heisst es im kantonalen Campinggesetz. Wenn Du also an einem der sechs Seen (Alpnachersee, Sarnersee, Lungerersee, Melchsee, Tannensee oder Wichelsee) oder in den Unterwaldner Voralpen campieren möchtest, ist das kein Problem.

Generell ist zudem das Wildcampen in der Schweiz oberhalb der Waldgrenze, also ab einer Höhe von 2000 Metern, möglich. Zudem kannst Du Dich, unabhängig vom Kanton, bei Privatgrundstücken immer mit dem Eigentümer in Verbindung setzen und auf seine Kulanz hoffen.

Einmalige Übernachtungsmöglichkeiten mit dem Wohnmobil

In den Kantonen Aargau, Jura, Luzern, Obwalden und Uri darfst Du auf öffentlichen Rastplätzen einmal übernachten, sofern dies nicht explizit, beispielsweise durch ein Schild, verboten ist. In den übrigen Kantonen gelten für öffentliche Park- und Rastplätze die Bestimmungen der einzelnen Gemeinden. Darüber solltest Du Dich vor Ort informieren. Generell gilt hier: Du solltest kein Campingverhalten an den Tag legen. Das bedeutet: Du solltest keine Stühle und Tische aufbauen und innerhalb der eingezeichneten Parkfelder stehen.

Rastplätze sind den Nationalstrassen angeschlossen. Diese dienen vor allem Erholungszwecken für Chauffeure, aber auch für Camper und Autofahrer. Deswegen dürfen auch diese sich an einem Rastplatz erholen. Du solltest allerdings darauf achten, dass Du Dein Wohnmobil in einem der gekennzeichneten Felder abstellst und nicht länger als eine Nacht bleibst. Auch typisches Campingverhalten wie das Ausräumen von Tisch, Stühlen und Grill ist nicht erlaubt.

Wildcampen in der Schweiz: mit ein wenig Vorbereitung möglich

Auch wenn das Wildcampen in der Schweiz nicht so unkompliziert ist wie beispielsweise in Skandinavien, so ist es doch möglich. Wenn Du Dich im Vorfeld informierst und Dir eine Route zurechtlegst, kannst Du auch an ungewöhnlichen Orten anhalten und eine Nacht verbringen. Und falls Du auf Nummer sicher gehen willst: Erkundige Dich immer vor Ort. Dort gibt man Dir sicher gerne Auskunft. So steht schönen, abwechslungsreichen Ferien nichts mehr im Weg.